Hort

 
1. Einleitung
Seit Bestehen der Grundschule mit dem Sonderpädagogischem Förderschwerpunkt „emotionale und soziale Entwicklung“ 1992 ergab sich auch der Bedarf einer nachschulischen Betreuung und damit die Anbindung eines Hortes.
Bei den Schülern handelt es sich um Kinder, denen die allgemeine Schule nicht gerecht werden kann. Es sind vielschichtige Probleme und massive Verhaltensauf- fälligkeiten zu beobacht
§         Umgang des sozialen Miteinanders der Kinder und Erwachsenen
§         Raum für Selbsterfahrung mit dem eigenen „Ich“
§         Kreativität und positive Werte
 
 
2. Träger der Einrichtung
Der Träger der Einrichtung ist das Deutsche Rote Kreuz - Kreisverband Oranienburg e.V. im Landkreis Oberhavel – Kreisgeschäftsstelle – Berliner Str. 104, 16515 Oranienburg
 
 
3. Standort
Der Ortsteil Borgsdorf gehört zur Stadt Hohen Neuendorf. Das Gebäude von Schule und Hort befindet sich in einer Einfamilienhaussiedlung, mit unterschiedlichen Einkaufsmöglichkeiten. Der S-Bahnhof liegt in unmittelbarer Nähe – 5 Minuten entfernt.
Der Hort befindet sich im Gebäude der Grundschule. Drei Gruppenräume sind mit den Kindern altersgerecht und liebevoll ausgestaltet worden. Sitz-, Liege-, Spiel- und Arbeitsflächen sind ausreichend vorhanden.
Die Nutzung der Klassenräume erfolgt hauptsächlich zur Erledigung der Hausaufgaben. Ihnen angegliederte Nebenräume bieten ebenfalls Möglichkeiten für Spiel und Ruhe.
Den Sportraum der Schule können die Hortkinder ebenso nutzen wie den Fitnessraum, den Ton- und Kreativraum sowie den Computerraum und die Kinderküche.
Die Sanitäranlagen der Schule werden auch im Rahmen der Hortbetreuung genutzt.
 
 
4. Platzangebot
Im Hort stehen 44 Plätze für Schüler der Klassen 1 – 4 zur Verfügung. Derzeit betreuen wir 33 Kinder im Alter von 6 – 12 Jahren in vier Gruppen.
 
 
5. Öffnungszeiten
Die Einrichtung hat eine tägliche Öffnungszeit von 11.00 bis 16.00 Uhr. In den Ferien bieten wir eine Betreuung von 08.00 bis 16.00 Uhr an, variieren jedoch nach den Bedürfnissen der Eltern. Die Ferienbetreuung erfolgt ganzjährig, mit Ausnahme von drei Wochen Betriebsurlaub in den Sommerferien. Bei Bedarf werden für diesen Zeitraum Alternativen für eine Betreuung vermittelt.
 
 
6. Die Mitarbeiter / Personalmanagement
Insgesamt besteht das Team unseres Hortes aus 4 Mitarbeiterinnen. Pro Gruppe arbeitet eine pädagogische Fachkraft, die gleichzeitig die Hauptbezugsperson der Kinder Ist. Die Erzieherinnen begleiten die Kinder ihrer Hortgruppe bis zum Ende ihrer Hortzeit.
Die Leiterin der Einrichtung organisiert und führt 14-tätig Dienstberatungen zu verschiedenen Themen durch. Weiterbildungen werden durch die Leiterin gemeinsam mit dem Träger geplant.
 
 
7. die pädagogische Arbeit
Inhalt unserer pädagogischen Arbeit ist die emotionale und soziale Förderung der beschulten Kinder.
Es gilt soziale Kompetenzen zu entwickeln und positive Werte zu vermitteln. Die Förderung psycho-sozial behinderter Schüler muss ihre schädigungsspezifischen Besonderheiten berücksichtigen.
Für die Arbeit im Hort bedeutet dies:
§         differenziert und kontinuierlich,
§         in friedvoller und entspannter Atmosphäre und
§         mit individuellen Methoden an dem Hauptziel zu arbeiten.
 
Die Verhaltensauffälligkeiten der Kinder in der Grundschulzeit soweit abzubauen, dass eine Wiedereingliederung in die Heimatschule mit nachsorgender Betreuung, einer Integrationsform an der Heimatschule oder eine kooperative Betreuung an der Heimatschule so früh wie möglich vorgenommen werden kann.
 
 
8. Grundlagen der pädagogischen Arbeit
Für den Alltag im Hort bedeutet das:
§         Kinder brauchen persönliche und menschliche Nähe
§         Zuhören
§         Trösten
§         Zuspruch
§         Hilfe
§         Anregung und Anleitung durch die Erzieherinnen
§         das Interesse der Erwachsenen an ihren Aktivitäten
§         von Respekt getragene Beurteilungen und Bewertungen.
Die Erzieherinnen setzen an vorhandene Fähigkeiten, Fertigkeiten und der Kompetenz der Kinder an und bauen auf diese, um eine positive Entwicklung der Kinder zu beeinflussen.
 
 
9. Besonderheiten unserer Kinder
Die Kinder der Schule mit dem Sonderpädagogischem Förderschwerpunkt „emotionale und soziale Entwicklung“ besuchen diese, weil sie schwerwiegende Verhaltensauffälligkeiten aufweisen, welche sich im Sozialverhalten äußern, so dass die Beschulung in einer Regelschule nicht möglich ist. Häufig leiden die Kinder an einer Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörung, sind ADS diagnostiziert (mehrheitlich mit Hyperkinese ADHS) und haben Defizite in der Motorik, Koordinator, Sprache, im Seh- und Hörvermögen, der Wahrnehmung u.v.m. Diese Verhaltensauffälligkeiten sind in der Regel eine psycho-soziale Behinderung und benötigen eine Förderung des Sozialisierungsprozesses in allen Bereichen des täglichen Lebens.
 
 
10. Unser Bild vom Kind
Ein Kind benötigt für eine positive Persönlichkeitsentwicklung die Unterstützung und Begleitung durch Erwachsene. Einfluss auf seine Entwicklung können wir nehmen und fördern wenn:
§         wir ihnen Umweltwissen vermitteln,
§         wir den Umgang mit anderen Kindern ermöglichen,
§         wir ein gesundes Umfeld zur Verfügung stellen und
§         wir Situationen gut beobachten.
Dadurch können Kinder lernen, Situationen besser einzuschätzen und Konflikte zu bewältigen. Kinder wollen ihre Kräfte spüren, fühlen und wie sie wachsen. Sie begreifen mit allen Sinnen ihren Körper. Wir wollen ihnen helfen, die Welt zu entdecken, mit Händen und Füßen geschickter zu werden. Dazu gehören auch fröhliche Spiele mit Freunden oder auch mal zu streiten. Hierbei sind Bezugspersonen sehr wichtig, die ihren Einfluss geltend machen und die Kinder in richtige Bahnen leiten und begleiten. Aber auch Freiräume sind für Kinder wichtig. Als kleine eigenständige Persönlichkeiten haben sie Ansprüche an ihre Umwelt. Entscheidend für unsere Kinder ist, dass sie wissen, das es Grenzen gibt und das diese eingehalten werden müssen, im Umgang mit anderen Kindern und Erwachsenen. Gewalt ist kein Mittel, um sich durchzusetzen. In Gesprächen versuchen wir, Probleme zu lösen und Konfliktsituationen zu verhindern.
Um den Hortalltag zu erleichtern brauchen Kinder:
§         viel Aufmerksamkeit,
§         klare Absprachen und
§         gemeinsam aufgestellte Regeln.
Entwicklung entsteht durch tätig werden. Da der Mensch sich nur in der Tätigkeit und durch die Tätigkeit entwickelt, bieten wir Aktions- und Erlebnisfelder an, in den die Kinder durch aktives Handeln und angeleitete Reflexionen lernen, ihre psychische, physische sowie soziale Kompetenz weiter zu entwickeln.
Selbstwert und Selbstsicherheit entstehen durch Wahrnehmung und Akzeptanz der eigenen Person.
 
 
11. Die Rolle der Erzieher / innen
Die Erzieher / innen unserer Einrichtung holen das Kind dort ab, wo es gerade steht, unter Berücksichtigung seines Entwicklungsstandes, des persönlichen Schicksals, seiner Kenntnisse und Fähigkeiten und seiner Individualität.
 
In diesem Sinne verstehen wir uns als jemanden, der das Kind auf seinem Weg begleitet und ihm den größtmöglichen Entfaltungsspielraum schafft.
 
Wir sind Vorbilder für die Kinder in ihrer Sprache und in ihrem Verhalten.
Wir
§         begleiten sie auf einem Teil seines Lebensweges,
§         achten auf die Einhaltung der Rechte der Kinder,
§         helfen ihnen in ihrer Entwicklung und bei der Bewältigung von Konflikten,
§         sorgen durch eine entsprechend gestaltete Umgebung für eine Atmosphäre der Wärme und Fröhlichkeit,
§         geben dem Kind Sicherheit und Geborgenheit.
Wir gehen sehr viel auf die Gesprächswünsche der Kinder ein und führen mit ihnen intensive Gespräche, die auch dazu dienen, Freude und Leid zu verarbeiten und ihr Wissen zu erweitern.
 
Wir unterstützen in Konfliktsituationen helfend und eingreifend. Wir tragen dafür Sorge, dass die Kinder ein gesundes Sozialverhalten und ein Miteinander lernen. Dazu gehört auch, dass die Erzieher das Spielverhalten der Kinder genau beobachten, es in regelmäßigen Abständen dokumentieren und reflektieren.
Nicht nur das „Was“ der Spiele, sondern auch das „Wie“ der Spiele sind hier von besonderer Bedeutung.
 
Erziehungsziele   W a s soll erreicht werden?
Handlungsziele    W i e komme ich zum Ziel?
Dafür ist Teamarbeit sehr wichtig, denn nur im Team kann man seine Aufgaben erfolgreich lösen.
 
 
12. Elternbeteiligung / Elternarbeit
An regelmäßigen Elternabenden werden nicht nur die Belange des Hortalltags besprochen, sondern auch Einblicke in die Pädagogik und die Bildungsarbeit Gegeben. Durch das Vorbereiten von Festen und Feiern, Gestalten der Räume usw. sind die Eltern sehr aktiv beteiligt. Bei Bedarf finden darüber hinaus Elterngespräche statt.
An einem Hort-Nachmittag sind Eltern herzlich eingeladen und können so entspannt einen Einblick gewinnen. Wir bemühen uns um Kontakt zu allen Eltern und stehen ihnen jederzeit für Gespräche zur Verfügung, wenn diese es wünschen. Regelmäßige Kontakte bestehen zu den Erzieher / innen der verschiedenen Wohngruppen und den zuständigen Familienhelfern.
 
 
13. Ausblick
Zielstellung unserer Arbeit im Hort ist es, Verhaltensauffälligkeiten der Kinder durch Maßnahmen wie:
§         Beziehungsaufbau
§         Förderung sozialer Kompetenzen
§         Förderung von Toleranz, Rücksichtnahme, Selbständigkeit
§         Problemlösungsstrategien entwickeln und erproben
§         Entwicklung von Interessen und Neigungen im Freizeitbereich
§         Ausbau, Stärkung von Fähigkeiten zur Ich-Stabilisierung u.v.m.
Um dieses zu erreichen, sind wir bemüht, uns auf die stetig veränderten Lebensbedingungen und Bedürfnisse der Kinder einzustellen.