Leitlinien unseres sonderpädagogischen Handelns

1. Verabredung pädagogischer Ziele

Zielstellung unserer Arbeit unserer Arbeit an der Schule ist, in der Grundschulzeit die Verhaltensauffälligkeiten der Kinder durch erziehungsfördernde Maßnahmen in einer weitgehend ganztägigen Bildungs- und Erziehungsarbeit in Zusammenarbeit mit allen Erziehungsträgern soweit abzubauen, dass eine Wiedereingliederung in die Heimatschule mit nachsorgender Betreuung, einer Integrationsform an der Heimatschule oder eine kooperative Betreuung an der Heimatschule so früh wie möglich vorgenommen werden kann.
Ein weiteres Ziel ist die Prävention zur Vermeidung sozialer Isolation, Ausgrenzung, Erfahrungsarmut und eines Schulversagens und der Notwendigkeit weiterführender intensiver Betreuungsmaßnahmen nach KJHG.
Die Schule bemüht sich um eine noch engere Vernetzung von Bildungs- und Erziehungsarbeit zur Kompensation ungünstiger Lernvoraussetzungen und Verstärkung der individuellen Förderung zur Gewährleistung der Chancengleichheit.
Ein weiteres wichtiges Ziel der Schule ist die Förderung der Entwicklung der Leistungsfähigkeit und der sozialen Fähigkeiten in verschiedenen Aktionsfeldern, der Ausbau individueller Stärken und Entfaltungsmöglichkeiten als Voraussetzung für die Bewältigung zukünftiger Aufgaben.
Die Schule entwickelt ein eigenverantwortliches Lernen durch Vielfältigkeit von Angeboten auf unterschiedlichem Niveau und fördert den individuellen Lernzuwachs und Lernerfolg.
Sie versteht Lernen als aktiven Prozess des Lernenden.


2. Zielkriterien unter rehabilitationspädagogischer Sicht verhaltensgestörter Kinder

Entsprechend der Schädigungsspezifik der Kinder (ADS/ ADHD+/-, Koordinationsstörungen, Sprachstörungen, Entwicklungsstörungen, sozial-emotionale Störungen, motorische und visuelle Störungen, Ich-Störungen, Teilleistungsstörungen, komplexe Störungen, Mehrfachschädigungen,…) ergeben sich neben den für alle Schularten geltenden Kriterien in der Schule mit dem Förderschwerpunkt „emotionale und soziale Entwicklung“ besonders um eine intensivere und effektivere pädagogische Arbeit bezüglich:

o der Entwicklung von Konfliktfähigkeit (Erlernen von Lösungsstrategien, Entwicklung kommunikativer Fähigkeiten, Erlernen einer geeigneten Streitkultur)
o der Arbeit an Einsichten und Notwendigkeiten; Akzeptanz und Erkennen der Nützlichkeit von Regeln und Normen
o einer Erhöhung der Steuerungsfähigkeit im Sinne einer Willensentwicklung bezogen auf soziale Normen und Werte
o der Auf- und Ausbaus tragfähiger sozialer und emotionaler Beziehungen, also die Entwicklung einer verlässlichen Bindungsfähigkeit
o einer Motivationsausbildung und Stärkung (Entwicklung und Aktivierung von Bedürfnissen, Interessen und Neigungen)
o der Begrenzung und Kompensation von Verhaltens- und Lerndefiziten
o einer Erfolgssicherung durch Arbeit mit/an den Stärken zur Vermeidung weiterer Ausgrenzung und Stigmatisierung im Rahmen der Möglichkeiten
o des Abbaus von Blockaden und Schulangst zur Vermeidung von Schulverweigerung
o der Entwicklung einer Lernhaltung, die das Kind selbst und Mitschüler bei der Bewältigung der Anforderungen eines Schulalltags weniger behindert (z.B. Abbau der Impulsivität, Ein- und Unterordnung in der Gruppe, Annahme von Hilfen oder Kritiken…)
o einer Befähigung, Reflexionen bezüglich des eigenen Störungsbildes vorzunehmen und damit/daran zu arbeiten
o einem Ausbau oder der Entwicklung von Toleranz sich selbst und anderen gegenüber
o der Erhöhung von Selbstverantwortung und Selbständigkeit
o der Arbeit am Selbstbild und dem Selbstwertgefühl
o einer Erhöhung kooperativer Fähigkeiten durch Arbeit in verschiedenen Gruppenstrukturen (Rollenwechsel, Zuständigkeiten, Verantwortlichkeiten)
o Vermittlung von Lernstrategien, Algorithmen und Strukturhilfen


3. Didaktisch-methodische Kriterien der Unterrichtsgestaltung

Die Angebote müssen aus rehabilitationspädagogischer Sicht inhaltlich, methodisch-didaktisch, organisatorisch und zeitlich dem Unterrichtsalltag angepasst werden.
Folgende Kriterien gelten für die Unterrichtsgestaltung:

- ganzheitliche Förderung
- hoher Grad an Emotionalität und Differenzierung
- Lernen mit allen Sinnen
- Hoher Motivationsgehalt
- Gruppenbezogene Modifikation
- Therapieorientierung
- Teamarbeit
- Kriterien der Gruppenstrukturen
- Ritualisierung
- Hohes Maß an Selbsttätigkeit der Schülerinnen und Schüler in verschiedenen Kooperationsformen
- Themenzentrierte Interaktionen und kritisch-kommunikative Didaktik
- Arbeit mit individuellen Förderplänen und Förderprogrammen
- Pädagogische Notizen
- Lernwerkstätten
- Ausprobieren der Brauchbarkeit und Nützlichkeit des Erworbenen; aktives Lernen
- Projektorientierung
- Hohes Maß an Handlungsorientierung
- Training von Algorithmen und Lerntechniken